Innenstadtoffensive Erbach

Ausgangssituation

Stadt Erbach Innenstadtoffensive

Erbach hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer dörflich geprägten Gemeinde zu einer Kleinstadt entwickelt. Dies wurde mit der Erhebung zur Stadt zum 1. August 2002 auch nach außen hin dokumentiert.

 

In den vorangegangenen Jahrhunderten hat sich Erbach baulich entlang des Erlenbachs und rund um den Schlossberg entwickelt. Ein echter Dorfmittelpunkt bzw. Stadtkern ist nicht vorhanden. Ab den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde versucht, rund um das Rathaus eine Stadtmitte mit verschiedenen Ladengeschäften und Dienstleistern zu etablieren.

 

Durch die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung, fehlende gastronomische Angebote und die Bebauung einer Industriebrache im Gewerbegebiet mit einem Fachmarktzentrum hat die Innenstadt derzeit stark um Kundschaft zu kämpfen. Zudem gibt es aus der dörflichen Struktur heraus einige Brachflächen, baufällige Gebäude und nicht mehr genutzte Hofstellen, die einer neuen Nutzung zugeführt werden müssen.

Aktuelles

Anfang 2016 ist es der Stadt gelungen, ein größeres Areal, das sogenannte "Rampf-Gelände" zu erwerben. Hier soll entsprechend dem städtebaulichen Entwurf vorrangig zentrumsnaher Wohnraum evtl. kombiniert mit kleineren Laden- oder Gastronomieflächen entlang der Erlenbachstraße entstehen.  

Der bevorstehende Abbruch der vorhandenen Gebäude wurde am 3. Oktober 2016 anlässlich des verkaufsoffenen Feiertags gefeiert. Die Stadt öffnete aus diesem Anlass noch einmal die „Rampf-Halle“ für die Öffentlichkeit und informierte über den aktuellen Stand der städtebaulichen Planungen. Im November 2016 wurden die Halle und ein weiteres Gebäude komplett abgeerissen.

In der Halle gab es Bewirtung und ein kleines Rahmenprogramm. Am Nachmittag nahm Bürgermeister Gaus mit einem Bagger symbolisch den ersten "Baggerbiss" zum Abbruch der Gebäude vor. Außerdem wurde die Skulptur, die auf dem Gelände im Rahmen des Kunstprojekts „Platzhalter“ mit Jürgen Knubben aufgestellt wurde, wieder entfternt. Zahlreiche Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, informierten sich über die weiteren Entwicklungen und freuten sich über den ersten Bagger in der Erlenbachstraße, der eine hoffentlich weitreichende Neugestaltung der Erbacher Stadtmitte einläutete.

 

Ein Leuchturm-Projekt für die Erbacher Stadtmitte - Stadtrat vergibt einen Teil des ehemaligen Rampf-Geländes

In der Stadtratssitzung am Montag, 7. Dezember 2016, wurde eine weitere wichtige Entscheidung für die zukünftige Entwicklung der Erbacher Stadtmitte getroffen: die Vergabe eines Teilgrundstücks des Rampf-Areals an einen Investor. Vor nicht einmal einem Jahr, hat die Stadt Erbach das gesamte Grundstück an der Erlenbachstraße erwerben können. Mit einer Gesamtgröße von rund 3.000 m² spielt diese Fläche eine zentrale Rolle bei der Neugestaltung der Innenstadt.

 

Deshalb war es dem Stadtrat und der Stadtverwaltung besonders wichtig, dass das Grundstück schnellstmöglich eine bauliche Veränderung erfährt. Aus diesem Grund wurde in der Sitzung des Gemeinderates am 2. Mai 2016 entschieden, für einen ersten Abschnitt des Areals direkt in die Planungen zur Neugestaltung einzusteigen und dazu ein Investorenauswahlverfahren auszuloben. Dies bedeutete, dass sich Investoren gemeinsam mit einem Architekten für eine Fläche von 1.200 m² bewerben und ihre Vorschläge zur Bebauung dieser Flächen einreichen durften.

Die eingereichten Entwürfe wurden in einem nächsten Schritt durch das Büro Wick + Partner geprüft und von ein Beurteilungsgremium bewertet. Grundlage dafür waren festgelegte und zuvor bekannten Bewertungskriterien.

 

Der Gemeinderat hat sich in der Sitzung dafür entschieden, dass Grundstück an die Bewerbergemeinschaft Gapp Objektbau aus Öpfingen zusammen mit Bosch Architekten aus Stuttgart zu vergeben. Der eingereichte Planentwurf hat eine hohe Qualität und eignet sich sehr gut, die städtebaulichen Ziele nach der Aufwertung und Belebung der Erbacher Innenstadt zu fördern. Geplant sind zwei Gebäude in Nord-Süd-Achse. Nach Vorgabe der Stadt Erbach soll in direkter Straßenlage ein Haus mit einem Laden oder einer Gastronomie im Erdgeschoss und Wohnnutzung entstehen und im hinteren Bereich ein barrierefreies Mehrfamilienhaus mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen.

 

Unter anderem begeisterte der Entwurf durch die Planung der Gewerbefläche im Erdgeschoss des vorderen Gebäudes. Durch die Gestaltung des Zugangs auf Straßenniveau wird eine städtische Atmosphäre geschaffen. Beide Gebäude sind mit einer Tiefgarage ausgestaltet, die später auch für die Nachbarbebauung erweitert werden kann.

 

Durch den Abriss der Gebäude Erlenbachstraße 36 und Rampf-Halle kann das Grundstück im Frühjahr 2017 bebaufertig an die Firma Gapp übergeben werden. Dadurch ist mit einem Baubeginn im Jahr 2017 zu rechnen. Seien wir also gespannt, wie diese Neugestaltung die Erbacher Stadtmitte bereichern wird.

Aktivitäten

Modell: Die Ausgangssituation in ErbachDer Stadtrat hat 2012 beschlossen, die Aufwertung der Innenstadt strategisch anzugehen und nachhaltig zu verfolgen. Dazu wurde im ersten Schritt die imakomm Akademie aus Aalen mit der Erstellung eines „strategischen räumlichen Entwicklungskonzepts“ beauftragt (Das vollständige Konzept steht Ihnen hier zum Herunterladen bereit.). Dieses Konzept wurde im Februar 2013 verabschiedet und sieht im Wesentlichen vier Handlungsfelder vor:

 

1. Definition innenstadtrelevanter Handelssortimente, die künftig im Bereich der Fachmarktzentren nicht mehr zugelassen werden („Erbacher Liste“)
2. Bauliche Maßnahmen auf Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs vorantreiben, Innenstadt gestalten.
3. Umsetzungsstrukturen für mehr Schlagkraft schaffen (Stelle Wirtschaftsförderer, Strategiegruppe Stadtmarketing)
4. Aktionen zur Kundenführung und Kaufkraftbindung durchführen.

     

    Punkt 1, die „Erbacher Liste“ wurde definiert und auch bereits in den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet „Oberer Luß“ eingearbeitet. Demnach ist dort die Ansiedlung innenstadtrelevanter Sortimente grundsätzlich nicht mehr zulässig.

     

    Zu Punkt 2 hat der Gemeinderat im November 2013 beschlossen, für den Bereich der Erbacher Innenstadt einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen. Die Preisvergabe wurde vor der Sommerpause 2014 durchgeführt. Weitere Informationen zu dem städtebaulichen Wettbewerb finden Sie auf der Unterseite „Städtebaulicher Wettbewerb“.

     

    Um für bauliche Maßnahmen auch eine finanzielle Unterstützung zu bekommen, wurde im Herbst 2013 eine Aufnahme ins Förderprogramm zur Stadtsanierung (Städtebauförderung) beantragt. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Rubrik „Förderprogramm Stadtsanierung“.

    Parallel wurde vom Gemeinderat in seiner Sitzung im Oktober 2013 ein umfassendes Mobilitätskonzept beauftragt. Damit wurden neben einigen anderen Themen auch Fragestellungen des städtebaulichen Wettbewerbs und der Verkehrsoptimierung in der Erbacher Stadtmitte aufgearbeitet. Dies betrifft z.B. die Verbesserung der Situation für Fußgänger und Radfahrer, oder die bessere Verknüpfung der Innenstadt mit dem Öffentlichen Personennahverkehr. Dies wird im Website-Bereich Verkehrskonzept 2030 eingehender vorgestellt.

    Einer der ersten Schritte zur Umsetzung von Punkt 3 der Konzeption der imakomm Akademie war eine Auftaktsitzung der Strategiegruppe Stadtmarketing mit dem BdS/HGV im Herbst 2013. Die Strategiegruppe Stadtmarketing trifft sich mindestens dreimal pro Jahr. Sie dient einer besseren Koordination bzw. Abstimmung zwischen Stadt und Gewerbe und soll zu einem einheitlicheren Außenauftritt unserer Stadt beitragen. Zudem wurde in der Stadtverwaltung im April 2014 eine neue Stelle für den Aufgabenbereich Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung geschaffen.

     

    Mit verschiedenen Marketingaktionen haben auch die Gewerbetreibenden der Stadt Erbach ihren Teil zur Innenstadtoffensive beigetragen und haben damit Punkt 4 des Strategiepapiers der imakomm aufgegriffen.

     

    Die künftige Gestaltung der Erbacher Innenstadt ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die das Gesicht Erbachs auf lange Zeit prägen wird. Gerade jetzt bieten sich an verschiedenen Stellen Gelegenheiten, unsere Innenstadt langfristig aufzuwerten. Diese Chance müssen wir begreifen und ergreifen. Nur so kann eine attraktive Innenstadt entstehen, die von uns und unseren Kindern als lebenswerter Mittelpunkt unserer Stadt wahrgenommen wird.

    Fragen, Anregungen, Hinweise?

    Wir laden Sie ein, Ihre Anregungen, Hinweise und Kommentare per E-Mail an die extra eingerichtete E-Mail-Adresse innenstadt@erbach-donau.de zu richten.

    Zum Thema Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung steht Ihnen bei der Stadtverwaltung gerne Frau Christ (E-Mail: christ@erbach-donau.de, Telefon 96 79-13) zu Verfügung.

     

    Bei dem Thema Förderprogramm Stadtsanierung können Sie sich gerne an Herr Gerstlauer (E-Mail: gerstlauer@erbach-donau.de, Telefon 96 76-46) wenden.


    Ihre Fragen zum städtebaulichen Wettbewerb richten Sie bitte an Frau Dolderer (E-Mail: dolderer@erbach-donau.de, Telefon 96 76-40).
    Information

    Innenstadtoffensive

    Zur Belegung und künftigen Entwicklung der Innenstadt wurde 2012 ein Projekt aufgesetzt, in dem auch die Bürger ihre Vorstellungen mit einbringen sollen.