Sehenswertes
Schlossberg
Der Erbacher Schlossberg ist ein beeindruckendes Wahrzeichen, das mit seiner Höhe von 50 Metern über dem Donautal das Stadt- und Landschaftsbild prägt. Die darauf befindliche Kombination aus Schloss und Kirche bietet einen reizvollen Anblick und ist ein bedeutendes Kleinod an der Hauptroute der oberschwäbischen Barockstraße. Der Erbacher Schlossberg lädt dazu ein, die kulturellen und historischen Schätze der Region zu entdecken.
Das Schloss befindet sich im Privatbesitz der Reichsfreiherren zu Ulm und Erbach.
Schloss Erbach
Geschichte
Schloss Erbach an der Donau ist ein eindrucksvolles Renaissancebauwerk, das auf einer Anhöhe über der Stadt Erbach im Alb-Donau-Kreis thront. Seine Geschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück und spiegelt die wechselvolle politische Landschaft der Region wider.
Bereits im 12. Jahrhundert bestand an der Stelle des heutigen Schlosses eine Burganlage, die den wichtigen Donauübergang sicherte. Im Jahr 1384 wurde der Bergfried erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft über Erbach mehrfach: Zunächst gehörte es den Grafen von Berg, später den Habsburgern und verschiedenen Adelsfamilien wie den Herren von Ellerbach und den von Stein. 1534 erwarb der Augsburger Kaufmann Hans von Paumgarten die Herrschaft Erbach als Lehen von König Ferdinand I. Sein Sohn, Hans Georg von Paumgarten, ließ ab 1550 das heutige Schloss im Renaissance-Stil errichten. Der Bau wurde 1555 abgeschlossen, doch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste die Familie das Schloss 1612 an Hans Ludwig von Ulm verpfänden. Seit 1620 befindet sich das Schloss ununterbrochen im Besitz der Reichsfreiherren von Ulm zu Erbach .
Architektur
Das Schloss beeindruckt durch seine mächtige Wehrmauer, die von einem Graben verstärkt wird, sowie durch eine Zugbrücke, die zum Torbau führt. Die Doppelgiebelfassade mit vier gedrungenen Rundtürmen und die Staffelgiebel sind charakteristische Merkmale der Renaissance-Architektur. Im Inneren befinden sich mehrere historische Räume, darunter das Renaissancezimmer mit einem Südtiroler Fayenceofen, der Maria-Theresia-Salon mit geschnitztem Wandgetäfel und das Fürstenzimmer. Die barocke Schlosskapelle, die 1718 renoviert wurde, ist mit prächtigen Stuckaturen und Malereien im Frühbarockstil ausgestattet .
Weitere Informationen
Heute beherbergt das Schloss ein Museum, das nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden kann. Ein Teil der Räumlichkeiten wird für Veranstaltungen genutzt, darunter ein Restaurant. Der Schlosshof mit seinen Kastanienbäumen bildet eine beeindruckende Kulisse für Konzerte während der Sommermonate.
Weitere Informationen zum Schloss finden Sie unter http://www.schloss-erbach-donau.de
Pfarrkirche St. Martinus
Geschichte
Die Pfarrkirche St. Martin ist eine der ältesten Pfarreien der Region, die erstmals 1275 im Konstanzer Zehntbuch urkundlich erwähnt wurde. Die Erbacher Pfarrei hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Als die alte Kirche baufällig wurde, spendeten die Freifräulein Beata und Viktoria von Ulm-Erbach fast ihr gesamtes Vermögen – 28.000 Gulden – für den Neubau. 1765 wurde die alte Kirche abgebrochen. Die barocke Kirche St. Martin, die 1767 an der Stelle einer abgerissenen spätgotischen Kirche errichtet wurde, gilt als eine der schönsten kleinen Kirchen Oberschwabens im Rokokostil.
Architektur
Der hochfürstlich-augsburgische Baumeister Franz Kleinhans begann 1767 mit dem Neubau der Kirche. In nur wenigen Monaten entstand das Langhaus und der Chor, und bereits im selben Jahr wurde der Dachstuhl aufgerichtet. 1769 konnte die mit Kupferblech beschlagene Turmhaube aufgesetzt werden.
Die einfache Fassade wird durch umlaufende Gesimse gegliedert, während der 45,80 m hohe Glockenturm mit seiner phantasievollen Welschen Haube beeindruckt.
Interieur und Schwäbischer Rokoko
Der Innenraum der Pfarrkirche überrascht mit prachtvollen Elementen des späten Rokoko. Die Stuckaturen von Finsterwalder in dezenten Farben verzieren Bögen, Türen, Fenster- und Freskenrahmen. Häufige Motive sind aus Palmetten gebildete Kartuschen und Blumengirlanden.
Franz Martin Kuen, ein Hauptmeister der schwäbischen Rokokomalerei, schuf in der Erbacher Kirche einen Höhepunkt seines Spätwerks: 20 Fresken bedecken die Gewölbeflächen des Kirchenraumes. Das Deckengemälde im Langhaus zeigt die Verherrlichung des Rosenkranzfestes, während das Deckenfresko im Chor den Tod des Kirchenpatrons St. Martin darstellt. Ein besonderes Highlight ist das Engelskonzert mit Marienmonogramm über der Orgelempore.
Der von Finsterwalder gestaltete Hochaltar aus Stuckmarmor zeigt lebensgroße Figuren des Kirchenpatrons St. Martin und des ehemaligen Bistumsheiligen St. Konrad. Über dem Tabernakel thront eine spätgotische Madonna mit Kind, die dem jüngeren Syrlin zugeschrieben wird. Auch die Stuckmarmorkanzel, ebenfalls von Finsterwalder, ist ein Meisterwerk.
Am 8. Oktober 2006 wurde der neue Altar geweiht, was den Abschluss einer umfassenden Renovation der Kirche, ihres Turmes und neuer Glocken markierte. Heute präsentiert sich die Kirche wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit, die vor nahezu 250 Jahren geschaffen wurde – ein Kleinod des Spätbarocks und der Renaissance.
Weitere Informationen
Für eine ausführliche Kirchenbeschreibung empfehlen wir den neu aufgelegten Kirchenführer im Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg (www.kunstverlag-fink.de).
Im Veranstaltungskalender finden Sie alle aktuellen Veranstaltungen zum Thema Kirche und Glaube.


