Breitbandausbau in Erbach

Auf dem Weg zu schnellen Internetanschlüssen

„Die Anbindung an die schnelle und staufreie Datenautobahn ist zum zentralen Standortfaktor geworden und entscheidend für die Attraktivität einer Gemeinde als Wirtschafts- und Wohnstandort. Leistungsfähige Breitbandanschlüsse sind die Grundlage für Gewerbebetriebe, freie Berufe und private Haushalte. […] Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Bandbreitenbedarf im privaten wie auch gewerblichen Sektor rapide steigt. Galten vor wenigen Jahren Bandbreiten mit 16 Mbit/s noch als gut, werden heute bereits 50 Mbit/s als Mindeststandard gefordert. In absehbarer Zeit werden auch 100 Mbit/s nicht mehr genügen. Der Upload spielt dabei eine immer größere Rolle. Intelligente Systemsteuerungen, vernetzte Dienste und Anwendungen halten Einzug im gewerblichen wie im privaten Bereich und erfordern symmetrische Verbindungen. Industrie 4.0 ist nur ein Beispiel dafür. Langfristig zukunftsfähig sind deshalb nur glasfaserbasierte symmetrische Breitbandanschlüsse. Mittelfristiges Ziel muss es deshalb sein, jedes Gebäude an Glasfaser anzuschließen (FTTB = fiber to the building).“  (Quelle: http://www.kommpaktnet.de)

Die Stadt Erbach hat es sich zum Ziel gesetzt, mittel- bis langfristig ein eigenes kommunales Breitbandnetz aufzubauen, um in Erbach eine zukunftsfähige Kommunikationsinfrastruktur anbieten zu können. Wir wollen damit vom Netzausbau privater Unternehmen unabhängig werden, da deren Breitbandausbau den Marktgesetzen unterworfenen ist und damit gerade unsere kleineren Stadtteile oft nicht zufriedenstellend berücksichtigt werden.

Gemeinsam zum Ziel mit Komm.Pakt.Net

Die Stadt Erbach hat es sich zum Ziel gesetzt, mittel- bis langfristig ein eigenes kommunales Breitbandnetz aufzubauen, um in Erbach eine zukunftsfähige Kommunikationsinfrastruktur anbieten zu können. Wir wollen damit vom Netzausbau privater Unternehmen unabhängig werden, da deren Breitbandausbau den Marktgesetzen unterworfenen ist und damit gerade unsere kleineren Stadtteile oft nicht zufriedenstellend berücksichtigt werden.
In einer größeren Gemeinschaft lässt sich dieses Ziel besser erreichen. Deshalb hat sich die Stadt Erbach dem Verbund „Komm.Pakt.Net“ angeschlossen. „Komm.Pakt.Net“ ist eine selbständige Kommunalanstalt des öffentlichen Rechts (KAöR), in der sich insgesamt 8 Landkreise und 231 Städte und Gemeinden zusammengeschlossen haben, um im Verbundgebiet jeden Privathaushalt, jeden Gewerbebetrieb und alle kommunalen Einrichtungen ans Glasfasernetz anzubinden.
Die Aufgaben von „Komm.Pakt.Net“ bestehen insbesondere in der Koordination und Unterstützung des Netzausbaus, sowie vor allem in der Suche eines Netzbetreibers. Gerade bei kleinflächigen Netzen auf Ebene einzelner Gemeinden oder gar Teilorte ist es häufig kaum möglich, Betreiber für ein Breitbandnetz zu finden, da kleine Netze kaum wirtschaftlich betrieben werden können. Deshalb soll durch den Zusammenschluss „Komm.Pakt.Net“ ein einheitliches, großflächiges und damit letztlich für potentielle Netzbetreiber attraktives Glasfasernetz entstehen, bei dem auch kleinere Kommunen und Stadtteile ihren Anschluss ans Breitbandnetz realisieren können. Der eigentliche Bau des physikalischen Netzes bleibt Aufgabe der einzelnen Kommunen.


Netzausbau in Erbach

(Stand Oktober 2017)

Gemeinsame Planung im Alb-Donau-Kreis

Zur Vorbereitung der Baumaßnahmen und die Planung des Glasfasernetzes hat sich die Stadt Erbach mit 36 weiteren Kommunen im Alb-Donau-Kreis zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss bietet Synergien bei der Vergabe der Planungsleistungen, darüber hinaus aber insbesondere auch finanzielle Vorteile bei der Gewährung von Fördermitteln. Erbach profitiert dabei gleich in mehrfacher Hinsicht von einer Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Erbach ist im Landesentwicklungsplan der sogenannten Raumkategorie „Verdichtungsraum“ zugeordnet. Leider sind hier die Förderquoten für den Ausbau des Breitbandnetzes gegenüber der Raumkategorie „ländlicher Raum“ deutlich reduziert. Obwohl Erbach insbesondere mit seinen Stadtteilen eine klare ländliche Prägung aufweist, kämen wir damit kaum in den Genuss von Fördermitteln. Durch den Zusammenschluss mit anderen Gemeinden, die überwiegend der Raumkategorie „ländlicher Raum“ zuzuordnen sind, wird dieser Nachteil wieder aufgehoben, da für den gesamten Zusammenschluss einheitlich die Raumkategorie „ländlicher Raum“ für die Förderung zugrunde gelegt wird. Darüber hinaus werden bei interkommunaler Zusammenarbeit Zuschläge von bis zu 30 % auf die regulären Fördersätze gewährt.


Erste Phase „Status-Quo-Analyse“

Für den Ausbau des Breitbandnetzes ist es wichtig zu wissen, welche Netze und Leitungen mit welchen Bandbreiten in Erbach bereits vorhanden sind. Da es sich hier um betriebsinterne Daten der jeweiligen Netzgesellschaften handelt, lag dazu bislang keine verlässliche Datengrundlage vor. Deshalb hat der Gemeinderat im Jahr 2013 beschlossen, eine Status-Quo-Analyse zur Erhebung der vorhandenen Breitbandinfrastruktur gemeinsam mit unseren 36 Partnerkommunen im Alb-Donau-Kreis erstellen zu lassen.  Das Ergebnis wurde im Gemeinderat am 24.11.2014 vorgestellt. Die weiteren Planungsschritte bauen auf dieser Grundlage auf.


Zweite Phase „Strategische Ausbauplanung – Bau des Backbone-Netzes“

Das „Backbone“ (Rückgrat) ist der Teil des Glasfasernetzes, das die einzelnen Stadtteile miteinander verbindet und das den Anschluss an das überörtliche Netz herstellt. Zielvorgabe des Landkreises ist, dass die Gemeinden das Backbone im Alb-Donau-Kreis möglichst bis Ende 2019 aufbauen, um damit möglichst schnell ein flächendeckendes, für die Betreiber wirtschaftlich interessantes Breitbandnetz bereitstellen zu können.

Am 01.12.2014 hat der Technische Ausschuss die Erstellung einer Struktur- und Mitverlegungsplanung inklusive Planung des Backbones für ein kommunales Glasfasernetz beschlossen. Die Ausschreibung für die entsprechende Planung wurde vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis für 37 kreisangehörige Kommunen – darunter auch Erbach – gebündelt und im Mai 2015 europaweit ausgeschrieben. Die eingereichten Angebote wurden vom Landratsamt ausgewertet. Im Oktober 2015 wurden schließlich die für die Zuschlagserteilung notwendigen Förderanträge an die Landesförderbewilligungsstelle übersandt. Am 21.12.2015 überreichte der damalige Minister Alexander Bonde den Förderbescheid über 90% der zuwendungsfähigen Planungskosten an den Alb-Donau-Kreis. Unmittelbar danach wurde die Firma GEOData mit der Planung des Backbones und der innerörtlichen Struktur- und Mitverlegungsplanung beauftragt.

Im August 2016 wurde die flächendeckende Backbone-Planung für die Gemarkung Erbach vom Gemeinderat beraten und beschlossen. Die bauliche Umsetzung war für 2017 und 2018 mit Baukosten von 1,7 Mio. € vorgesehen. Leider hat sich jedoch im Nachgang zur Beschlussfassung herausgestellt, dass bei dieser Planvariante bestimmte Leitungsabschnitte mit einem erheblichen Kostenaufwand von Dritten angemietet werden müssten. Deshalb war es notwendig, mittels einer Alternativplanung zu prüfen, ob der Bau eigener Trassen gegenüber der Anmietung einen günstigeren Kosten-Nutzen-Faktor ergibt. Diese Prüfung mit der Überplanung unseres Backbone-Netzes hat sich wegen fehlender Angaben von Dritten bis Juni 2017 hingezogen. Die aktualisierte Backbone-Planung für die gesamte Gemarkung Erbach wurde schließlich im Juli 2017 vom Gemeinderat beraten und einstimmig beschlossen. Die gesamten Kosten für dieses Netz belaufen sich nun auf 3,5 Mio. €. Abzüglich des erhofften Landeszuschusses von 1,8 Mio. € verbleibt für die Stadt damit ein Eigenanteil von 1,7 Mio. €. Anfang Oktober wurden die Zuschussanträge beim Land eingereicht. Sobald die Bewilligung der Fördergelder vorliegt, soll die Verlegung des Backbones ausgeschrieben und zügig bis spätestens 2019 umgesetzt werden.


Dritte Phase "Strategische Ausbauplanung - innerörtlicher FTTB-Ausbau"

Bereits seit 2016 werden bei Straßenbaumaßnahmen Leerrohrverbünde mitverlegt. Hierbei ist in der Regel für jedes Anliegergrundstück ein bestimmtes Leerrohr vorgesehen, in das später Glasfaser zum Anschluss jedes einzelnen Grundstücks eingeblasen werden kann. So entsteht nach und nach ein flächendeckendes Glasfasernetz. Das städtische Netz endet dabei an der Grundstücksgrenze. Der Hausanschluss auf dem jeweiligen Privatgrundstück wird auf Kosten des jeweiligen Eigentümers verlegt.



Netzbetreiber

Ein Netz alleine bringt noch kein schnelles Internet ins Haus. Hierfür ist es notwendig einen geeigneten Betreiber zu finden. Bei diesem Punkt kommt Komm.Pakt.Net eine besondere Bedeutung zu, da über die gemeinsame Ausschreibung ein großes Netzgebiet angeboten werden kann. Die entsprechende Ausschreibung wurde im Dezember 2016 auf den Weg gebracht. In einem äußerst aufwändigen Verfahren wurde letztlich der Betrieb des Netzes im Alb-Donau-Kreis an die NetCom BW GmbH vergeben.


Fazit

Ziel der Stadt Erbach ist ein schneller, flächendeckender Ausbau des Backbones auf unserer Gemarkung, um damit die Grundlage für ein kommunales Breitbandnetz zeitnah zur Verfügung zu haben. Damit soll insbesondere auch in unseren bisher unterversorgten Stadtteilen (Bach und Donaurieden) möglichst bald eine spürbare Verbesserung beim Breitbandangebot erreicht werden. Klar ist, dass wir beim Ausbau des Backbones ein sportliches Ziel verfolgen, weil wir dabei von vielfältigen äußeren Einflüssen (z.B. beteiligte Dritte, Zuschussgewährung usw.) abhängig sind. Ungeachtet dessen werden wir künftig standardmäßig Glasfaser bei Straßensanierungen mitverlegen, so dass nach und nach ein flächendeckendes Glasfasernetz bis in die einzelnen Haushalte entsteht. Dabei ist es für die Attraktivität unseres Netzes wichtig, dass sich bei dieser Gelegenheit möglichst viele Haushalte für einen Anschluss ans Glasfasernetz entscheiden. Ihr Anschluss an unser kommunales Netz ist letztlich entscheidend, damit wir künftig über unser eigenes kommunales Breitbandnetz moderne und zukunftsfähige Internet- und Kommunikationsdienste in unserem Stadtgebiet flächendeckend verfügbar machen können.